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Unter- und überschätze Künstler
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02.05.2010, 23:39
Beitrag #41
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RE: Unter- und überschätze Künstler
(02.05.2010 23:22)xenon81 schrieb: hi,...bin neu hier,....bitte nicht gleich schlagen Sei unbesorgt, jeder neue User ist stets willkommen. ![]() Zu Deinen Fragen: Geschichten von Guido Scala findest Du vornehmlich in älteren LTBs (Beispiele: Nr. 5, 7, 21, 46, 48, 59, 63, 64, 70, 71, 84, 109...). In neueren Bänden ist der inzwischen verstorbene Italiener leider nur selten vertreten (Beispiele: Nr. 344, 348, 352). Bei solchen Fragen kann diese Seite sehr hilfreich sein. (02.05.2010 23:22)xenon81 schrieb: dann gabs da noch einen Zeichner,den Namen weiß ich allerdings nicht, weil mir seine Geschichten meistens zu "grob" waren, zB war da eine Geschichte, wo Donald el Kid (von einem Strauß angeblich aufgezogen) war, einen fliegenden Esel das Leben rette,weil ihn die zwei Figuren (ein Fuchs und ein Kater) aus Pinoccio gefangen hielten (als Zirkusattraktion),dann träumte el kid von einem Berg, der der Schutzgeist des Esels war, dort mußten sie dann hinfliegen......Dagobert kam auch darin vor,.... Du meinst die Geschichte "El Cid Pampeador" aus LTB 58. Gezeichnet wurde diese literarische Parodie von Luciano Bottaro, der gemeinhin neben Scarpa und Carpi zu den "großen Drei" der ersten Generation italienischer Comiczeichner gezählt wird. (02.05.2010 23:22)xenon81 schrieb: Zeitweise denke ich mir,gerade bei neueren LTBs ob die Geschichtenerfinder echt auf einen LSD-Trip waren, da gibts eine, wo Micky eine wunderliche Professorin kennen lernt, weswegen er ziemlich viele "Pillchen" schluckte und sich jedes Mal verwandelte, einmal hat er Dumboohren und segelte über Entenhausen, dann ist sein Oberkörper normal hat aber Straußenbeine bekommen,...usw. Sind das jetzt noch immer italienische Zeichner,oder.....? Hier nimmst Du auf die legendäre Geschichte "Angriff der Riesenpinguine" Bezug, die von vielen Lesern als die schlechteste LTB-Geschichte aller Zeiten angesehen wird. Das 'Meisterwerk' wurde von Xavi, einem für Egmont arbeitenden Spanier, verbrochen. |
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03.05.2010, 00:04
Beitrag #42
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RE: Unter- und überschätze Künstler
Hallo xenon81 und herzlich Willkommen im Forum!
Eigentlich hat Kopekobert schon alles gesagt, was ich allerdings ganz interessant finde, dass Guido Scala im Prinzip der Schüler von dem von dir eher abgelehnten Luciano Bottaro war. Er begann als Tuschezeichner von Bottaro und sein Stil ähnelte dem von Bottaro anfangs auch schon ziemlich. Dann hat er mit der Zeit seinen eigenen unverkennbaren Stil entwickelt. Ich persönlich bin nicht so der Scala-Fan, allerdings kommt es denke ich bei ihm auch darauf an, was für Geschichten er zeichnete. Denn sein märchenhafter Stil passt mMn einfach besser zu einer Fantasy- oder Liebes-Geschichte als jetzt z.B. zu einer Krimi-Geschichte oder zu einem Wirtschaftskampf von Dagobert und Klever. Neue Kurzgeschichte: Um Hilfe geflüstert |
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03.05.2010, 20:19
Beitrag #43
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RE: Unter- und überschätze Künstler
(02.05.2010 23:22)xenon81 schrieb: Zeitweise denke ich mir,gerade bei neueren LTBs ob die Geschichtenerfinder echt auf einen LSD-Trip waren, da gibts eine, wo Micky eine wunderliche Professorin kennen lernt, weswegen er ziemlich viele "Pillchen" schluckte und sich jedes Mal verwandelte, einmal hat er Dumboohren und segelte über Entenhausen, dann ist sein Oberkörper normal hat aber Straußenbeine bekommen,...usw. Sind das jetzt noch immer italienische Zeichner,oder.....? Willkommen! Stimme dir absolut zu. Würde mal sagen, die haben nicht nur LSD, sondern zudem auch noch verdammt schlechtes LSD genommen ^^ MEIN BLOG:
http://dsksblog.blogspot.com/ |
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05.05.2010, 17:31
Beitrag #44
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RE: Unter- und überschätze Künstler
wow,....ihr seid alle besser, als jedes Lexika, das (zumindest) ich kenne
![]() Vielen Dank, (hab nicht mal gewußt,dass man auch schlechtes LSD nehmen kann,....scherz ), wobei, so schlecht fand ich "der Angriff der Riesenpinguine" nicht, weil es endlich mal eine Geschichte gab, in der Micky nicht immer der totale,kaum Fehler machende, perfekte Superheld ist, sondern (endlich mal) auch durch den Kakao gezogen wurde.(siehe Donald),also ich hab mich bei der Geschichte echt blöd gelacht.Gibts noch mehr Geschichten, wo Micky nicht immer perfekt ist?
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05.05.2010, 19:53
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.05.2010 19:54 von FaraciFan.)
Beitrag #45
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RE: Unter- und überschätze Künstler
Normalerweise ist Micky bei allen Kaschperl-Storys, also auch bei dieser der naseweise, alleswissende perfekte Typ. Daher hat die Welt auch diese verdammte Ansicht von Micky.
In guten Italo-Storys aber wie zum Bleistift von Tito Faraci oder Casty kann man das nicht sagen, sowie natürlich auch bei den alten Großmeister-Storys von Gottfredson & Co.. Edit: Mein 333. Beitrag. Dieser Beitrag ist nur entstanden, um meine Beitragsanzahl zu erhöhen.
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05.05.2010, 20:01
Beitrag #46
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RE: Unter- und überschätze Künstler
(05.05.2010 19:53)FaraciFan schrieb: Normalerweise ist Micky bei allen Kaschperl-Storys, also auch bei dieser der naseweise, alleswissende perfekte Typ. Daher hat die Welt auch diese verdammte Ansicht von Micky. Häääääää? Mickeymouse ist in Kaschperlstories sicher nicht Perfekt, eher das Gegenteil! MEIN BLOG:
http://dsksblog.blogspot.com/ |
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05.05.2010, 21:15
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.05.2010 21:15 von 313er.)
Beitrag #47
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RE: Unter- und überschätze Künstler
(05.05.2010 17:31)xenon81 schrieb: wow,....ihr seid alle besser, als jedes Lexika, das (zumindest) ich kenneJa, in vielen neueren LTBs und zwar in allen Geschichten, in denen Micky in der kurzen roten Hose auftritt. Alle anderen Geschichten, wo Micky eine lange Hose und auch ein Shirt anhat, stammen aus Italien. Der Verlag Egmont hat Mitte der 90er-Jahre entschieden, Micky wieder an dem alten Bild Mickys des legendären Zeichners Floyd Gottfredson anzugleichen - genau aus dem Grund, weil viele Micky für zu spießig hielten. Dieser Schuss ging jedoch nach hinten los, weil die Geschichten einfach abgrundtiv schlecht waren und Micky zu einem zweiten Donald oder im schlimmsten Fall sogar zu einem zweiten Dussel wurde. Das hat Mickys Charakter vollkommen ad absurdum geführt... warum sollte Micky wie ein zweiter Donald agieren? Micky war seit jeher in den Comics ein aufgeweckter Detektiv und hat für spannende, unvorhersehbare Geschichten gesorgt. Wegen dieser groben Wandlung des Charakters wurde dieser idiotische Micky von Fans mit dem Namen "Kaschperl-Micky" versehen. Ich kann dir diese Geschichten wirklich nicht empfehlen, stattdessen solltest du unbedingt mal einige tolle ältere Geschichten lesen, wo Micky zwar ein kluger Detektiv aber keinesfalls nervig und spießig war. Hier stellen wir jeden Monat einen der besten Maus-Comics vor. Aber gut, es ist natürlich auch eine Geschmackssache, ob man mit Micky was anfangen kann oder nicht. Das Problem ist aber, dass viele die Micky-Geschichten dauernd mit den Duck-Geschichten vergleichen statt sie als guten ergänzenden Gegenpart dazu anzusehen. (So langsam wäre es aber gut, wieder zum eigentlichen Thema zurückzukommen...) Neue Kurzgeschichte: Um Hilfe geflüstert |
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27.01.2011, 12:23
Beitrag #48
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RE: Unter- und überschätze Künstler
Wenn ich an verschiedenen Stellen des Forums lese, wie abfällig über Pier Lorenzo de Vita gesprochen wird, dann stehen mir alle Koteletten-Haare Dagoberts zu Berge.
Selbst ein von mir äußerst geschätzter Kenner wie Kopekobert Dukofjew scheint Pier Lorenzos Zeichenstil gegenüber Vorurteile zu haben. Einzig der tapfere Derschwaflkop verteidigt ihn, wenn ich das richtig gelesen habe.Pier Lorenzo de Vitas Zeichenstil ist nicht wirr (wie das einige offenbar glauben), sondern auf eine hoch interessante, besondere, ja tolle Weise manieriert. Man könnte ihn als den El Greco oder den Parmigianino unter den Disney-Zeichnern bezeichnen. Das ist doch klar: eine jede Klassik (Barks etc.) bringt irgendwann sowohl eine Art von (künstlerischem) Manierismus als auch (eher unkünstlerisches) schlechtes Epigonentum, und leider meist auch irgendwann eine Art (völlig unkünstlerischen) Verfall hervor. Schlechtes Epigonentum finden wir viel bei den Disney-Zeichnern. Verfall auch: viele der heutigen Geschichten (nicht nur) italienischer Provenienz sind verweichlicht und verniedlicht gezeichnet, die "Überzeichnungen" sind immer schön rundlich und kindgerecht doof: Es entstehen keine Charaktere. Wie anders dagegen Pier Lorenzos Manierismus: Vor allem sein Micky- und Goofy-Geschichten, aber auch seine Ducks bringen auf der Ebene der Zeichnung kantige und spannende, äußerst variable und expressive Charaktere hervor, die weit von allen Mainstream-Kompromissen entfernt sind. Für mich ist Pier Lorenzo de Vita wahrscheinlich der am meisten unterschätzte Disney-Zeichner überhaupt. So! Sagt was!
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27.01.2011, 16:34
Beitrag #49
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RE: Unter- und überschätze Künstler
Naja, was soll ich sagen... studierst du zufälligerweise Kunst?
![]() Nee, ich finde, dass du deine Meinung gut dargelegt hast. Ich verstehe nur nicht, warum du von Vorurteilen sprichst. Es ist nunmal die Meinung vieler - ich glaube, ich könnte die Zeichnungen von Pier Lorenzo De Vita eine halbe Stunde lang betrachten, würde sie danach aber immer noch schlecht finden. Ich denke, es gibt halt immer irgendwo eine Grenze zwischen "ist ungewöhnlich, aber gefällt mir" und "ist mir einfach zu verrückt". Die Grenze liegt wohl bei jedem unterschiedlich, bei dir scheint sie allgemein höher zu liegen als jetzt z.B. bei mir. Ich habe nichts gegen in gewissem Maße indivuelle und ausdrucksstarke Zeichnungen, aber mir gefällt es z.B. nicht so sehr, wenn die Figuren von Silvia Ziche ihren Mund elend lang aufreißen. Oder eben auch der Stil eines Alberto Lavoradori - damit weicht man mMn einfach zu sehr von den für Disney-Comics üblichen Konventionen ab, ohne, dass ich jetzt behaupten würde, dass Zeichner wie Ziche oder Andersen technisch gesehen schlecht zeichnen würden. Bei Pier Lorenzo De Vita verhält es sich da ähnlich. Gerade in der Mimik kann man ihm überhaupt keinen Vorwurf machen, aber es ist halt einfach der grundsätzliche Stil, der mir bei ihm nicht zusagt. Auch einige seiner Charaktere werden sehr ungewöhnlich und verzerrt dargestellt - zum Beispiel die Panzerknacker. Die Neffen haben meiner Meinung nach einen zu großen Kopf und Goofys Schnauze steht irgendwie komisch hervor (fast schon wie bei Xavi, aber nur fast). Deshalb empfinde ich seine Zeichnungen als unschön - oder teilweise sogar hässlich, um es mal direkt zu formulieren. Neue Kurzgeschichte: Um Hilfe geflüstert |
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27.01.2011, 19:24
Beitrag #50
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RE: Unter- und überschätze Künstler
Silvia Ziche ist ein Superbeispiel:
Ich finde, eine solche Figur ist Ausdruck des Verfalls: Hier hat sich nicht jemand einen eigenen Stil angeeignet, sondern infantilisiert und trivialisiert Vorhergehendes. Einen entscheidenden Unterschied sehe ich auch in der Generation von Zeichnern wie Lavoradori oder Ziche und in der de Vitas d.Ä. De Vita hat mit seinem Stil wirklich Neuland erobert, Silvia Ziche oder Lavoradori perpetuieren nur. Trotzdem hast du natürlich recht, 313er, dass das mit den "Vorurteilen" so eine Sache ist. Man muss natürlich nichts und niemanden mögen. Ich habe aber einen Kultur-Begriff, der davon ausgeht, dass nicht alles bloß die "Geschmackssache" eines Einzelnen ist, sondern dass eine Experten-Gruppe (also Leute wie z.B. die Fieselschweiflinge oder die Donaldisten, die sich wirklich für eine Sache interessieren) im Dialog Kritierien für "gut" und "schlecht" entwickelt. Jetzt kann ich natürlich nicht für mich beanspruchen, das Ergbebnis des Dialogs vorwegzunehmen, aber ich bin der festen Überzeugung, dass bei genügender Beschäftigung mit der Sache jeder die Überlegenheit eines Pier Lorenzo de Vita über eine Silvia Ziche anerkennen wird. Man kann de Vitas Zeichnungen dann immer noch subjektiv "hässlich" finden (im Vergleich zu Barks oder Gottfredson sind sie das ja gewissermaßen auch - und zwar ganz bewusst), aber sie stellen eben eine echte Leistung dar. Ziche mag technisch ok sein, aber sonderliche Kreativität im Umgang mit dem Material sehe ich da nicht am Werk. Im Gegenteil: Ein Bild wie das oben gezeigte zieht Donald eigentlich auf Fernseh-Comedy-Format herab. |
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Selbst ein von mir äußerst geschätzter Kenner wie Kopekobert Dukofjew scheint Pier Lorenzos Zeichenstil gegenüber Vorurteile zu haben. Einzig der tapfere Derschwaflkop
verteidigt ihn, wenn ich das richtig gelesen habe.
