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LTB 523 - Die Ducks auf Kreuzfahrt
#21
Und hier nun Entenfans ausführliche Meinung:

https://www.fieselschweif.de/publikationen/ltb-523/

Ich mochte "Eins und eins sind uneins" am liebsten. Die zuletzt abgedruckten Sergei-Geschichten blieben häufig unter meinen Erwartungen, diese hier fand ich aber aufgrund der alltagsnahen Grundsituation und dem zunehmend absurder werdenden Verwechslungs-Szenario sehr charmant! Auf den zweiten Platz würde ich "Nichtstun bringt auch nichts" stellen, wegen der schönen Botschaft. Mit der Titelgeschichte konnte ich auch nicht viel anfangen, auch die meisten anderen Geschichten sind schnell vergessen. Insgesamt mMn klar schwächer als der letzte Band.
"Zwei notwendig entfernte Zeitpunkte in ein und ebendasselbe Gemälde bringen, [...] heißt ein Eingriff des Malers in das Gebiete des Dichters, den der gute Geschmack nie billigen wird." (Gotthold Ephraim Lessing)

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#22
(18.08.2019, 10:11)Entenfan schrieb: Es ist zum Federn lassen, dass das normale Kanon-LTB immer mehr zum themenorientierten "Ontopic-Produkt" wird – oder wie immer man es nennen soll, dass sich alle erstveröffentlichten Geschichten dem Kreuz(irr)fahrt-Motiv unterordnen müssen? Wenn ich sowas möchte, kauf ich 'nen LTB aus einer der dutzenden Nebenreihen und nicht das monatliche LTB der Hauptreihe. Gegen dieses Vorgehen der LTB-Reducktion muss ich entschieden protestieren!
Beim letzten LTB mit dem Thema Mondlandung habe ich mir darüber gar keine Gedanken gemacht. Aber auch hier wurden ja die meisten Geschichten passend zu dem Weltraumthema ausgewählt. Ich finde auch, dass das LTB ja eigentlich gerade von seiner Auswahl an unterschiedlichen Geschichten lebt und sich damit eben von Spezial, Enten- oder Sommereditionen unterscheidet. Von dem her muss ich dem zustimmen.
Da ich ja nur sporadisch mal ein aktuelles LTB lese (und die Sommerausgaben speziell nur ganz selten): Ist das denn inzwischen häufig der Fall oder bildet diese Ausgabe zusammen mit der vorherigen da eher eine Ausnahme was die Themenorientierung anbelangt?
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#23
(18.08.2019, 20:39)FAB schrieb:
(18.08.2019, 10:11)Entenfan schrieb: Es ist zum Federn lassen, dass das normale Kanon-LTB immer mehr zum themenorientierten "Ontopic-Produkt" wird – oder wie immer man es nennen soll, dass sich alle erstveröffentlichten Geschichten dem Kreuz(irr)fahrt-Motiv unterordnen müssen? Wenn ich sowas möchte, kauf ich 'nen LTB aus einer der dutzenden Nebenreihen und nicht das monatliche LTB der Hauptreihe. Gegen dieses Vorgehen der LTB-Reducktion muss ich entschieden protestieren!
Beim letzten LTB mit dem Thema Mondlandung habe ich mir darüber gar keine Gedanken gemacht. Aber auch hier wurden ja die meisten Geschichten passend zu dem Weltraumthema ausgewählt. Ich finde auch, dass das LTB ja eigentlich gerade von seiner Auswahl an unterschiedlichen Geschichten lebt und sich damit eben von Spezial, Enten- oder Sommereditionen unterscheidet. Von dem her muss ich dem zustimmen.
Da ich ja nur sporadisch mal ein aktuelles LTB lese (und die Sommerausgaben speziell nur ganz selten): Ist das denn inzwischen häufig der Fall oder bildet diese Ausgabe zusammen mit der vorherigen da eher eine Ausnahme was die Themenorientierung anbelangt?

Nun, ich möchte noch zwei Punkte ergänzen und muss eine Aussage relativieren: So schrecklich schlimm finde ich es dann doch nicht, wenn eine Fortsetzungsgeschichte aus zwei Hälften nicht fortlaufend abgedruckt wird, sondern noch zwei-drei Geschichten dazwischen sind. NRW-Radler hat ja im CF darauf hingewiesen, dass sich die Fortsetzungen im Topolino gerade über eine Woche erstrecken und die Geschichten bewusst einen Cliffhanger nutzen. Aus der Sicht habe ich es gar nicht betrachtet. Wenn die künstlerische Absicht dahintersteht, kann man die Neugierde auf die zweite Hälfte der Geschichte meinetwegen auch so im LTB herbeiführen, in dem man die Story bewusst zertrennt. Da habe ich etwas vorschnell herumgemeckert, weil diese Vorgehensweise vor einigen Jahren noch nicht der gängigen Praxis im LTB entsprach (wenn überhaupt einmal darauf hingewiesen wurde, dass es sich um zwei Hälften handelte).

Der zweite Punkt betrifft die - nennen wir es mal - "Themenorientierung" im Kanon-LTB. Umso länger ich darüber nachgedacht habe, desto mehr mehr ist mir aufgefallen, dass diese Zusammenstellung gerade in den Sommer-LTBs propagandiert wird (Nun, auch in der Winter-Ausgabe im Januar/Februar). Da ist es vielleicht auch gar nicht so schlimm, die Geschichten passend zur Jahreszeit auszuwählen, da man aus einer Sommer-Geschichte immer noch viel machen kann. Die letzten beiden LTBs, also 522 und 523, sind die diesjährigen Sommer-LTBs und überzeugen ausnahmsweise mal mit abwechslungsreicher Ausrichtung: Eben keine Badehosendonalds am Strand mit den Titeln "Sommer!" und "Ferien!". Da muss ich die LTB-Reducktion in diesem Jahr wirklich loben: Mondlandung im weiten Sinne verhackstückt (wurde das überhaupt irgendwo angesprochen?) und die Kreuzfahrt-Parodie zeitlich passend veröffentlicht. Mal was anderes!

Zurück zum Thema. Interessehalber habe ich mal die letzten dreizehn Ausgaben des LTBs angeschaut und Folgendes festgestellt:

Code:
Nr.:    Titel:                            Thema:           Themengeschichten               Seiten:    Prozentualer Anteil an 254 S.
                                                     lt. Inhaltsverzeichnis:    
523    Die Ducks auf Kreuzfahrt    Kreuzfahrt            7                        161            63,39
522    Sommerferien auf dem Mond    Mysterien des Mondes    5                        196            77,17
521    50 Jahre Phantomias    -    -    -    -
520    85 Jahre Donald Duck    -    -    -    -
519    Die Bestie von Duckenburgh    -    -    -    -
518    Das Schlaue Buch in Gefahr    -    -    -    -
517    Gute Besserung!    -    -    -    -
516    Frost in der Post    Eiskalte Geschichten             5                         108    42,52
515    Die Cyberbrille    -    -    -    -
514    Der große Wurf    -    -    -    -
513    90 Jahre Micky    -    -    -    -
512    Duckenstein    -    -    -    -
511    Gauner im Goldrausch    -    -    -    -


Anmerkungen: In LTB 518 waren drei Geschichten mit dem Fähnlein-Fieselschweif abgedruckt. In LTB 517 behandelten einige Geschichten das Thema Krankheit, man sah Donald & Co. oft komplett einbandagiert wie auf dem Cover. In LTB 515 ging es oft um futuristische Technik / Erfindungen.

Dann habe ich noch ein bisschen weiter zurückgeschaut:

Code:
505    Zutritt verboten!    (ohne Angabe)            2 (1x nicht willkommen, 1x willkommen)    52    20,47
496    Ich mache Urlaub!    Ich mache Urlaub…    5                                    122    48,03
488    Läuft bei mir!            Entenhausen online…    6                                    129    50,79
483    So ein Stress!            So ein Stress…            6                                    118    46,46
482    Sprung in den Sommer    Sprung in den Sommer mit…4                                     66    25,98
475    Gefährliche Galaxien    Gefährliche Galaxien…    4                                     91    35,83

Nunmehr habe ich alle LTBs von heute bis zur Nummer 400 rückwirkend durchgeschaut und konnte keine Themenorientierung entdecken, die im Inhaltsverzeichnis explizit ausgewiesen ist. Demnach dürfte es sich bei LTB 475 um das erste handeln, in dem das Inhaltsverzeichnis alle Geschichten in zwei Kategorien einteilt – ähnlich wie bei LTB 488 mit „Entenhausen online“ vs. „Entenhausen offline“. Allgemein kann man beobachten, dass sich seit den 480er Nummern die ausgewählten Geschichten immer mehr dem Wesen der Titelstory oder der längsten Story annähern (bspw. In LTB 517 drehen sich viele Geschichten um „Krankheit“, was gut zu „Dr. Mouse“ passt. Momentan ist es in meinen Augen aber völlig ausgeartet, wenn man sich anschaut, dass mehr als drei Viertel aller Seiten einer Ausgabe Mondgeschichten beinhalten… Ab und zu ist es schon okay, wenn es jahreszeitlich passt oder man Geschichten anhand eines Jubiläums auswählt, aber es sollte mMn nicht ausufern.
»Manners. Maketh. Man.«
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#24
(13.08.2019, 13:26)Mindstorms schrieb: Interessanter Kommentar unter dem Instagram-Post des LTB-Accounts zu diesem Band:
montymakesyouwonder:
"Dagobert ist natürlich ein knallharter Kapitalist und schreckt als solcher auch nicht vor Kreuzfahrten zurück. Von drei Fieselschweiflingen hätte ich allerdings erwartet, dass sie dieses hochproblematische Geschäft auch kritisch hinterfragen und ihrem Onkel ins Gewissen reden. Schade, dass diese Dimension überhaupt nicht vorkommt. Dieser Comic ist Werbung für Kreuzfahrten."
Ich habe übrigens auf den Kommentar geantwortet mit folgendem:
"Ich war auch recht enttäuscht von der Geschichte. Und ehrlich gesagt habe ich von Chefredakteur @pet.hoepfner mehr erwartet."
Hab Pet natürlich extra erwähnt, damit er antwortet... Das tat er ein paar Stunden später auch:
pet:
"Also in der WAMS und anderen Medien wurden wir explizitfür Hinweise auf Umweltverschmutzung gelobt. Aber letzten Endes dient dieses Buch hauptsächlich der Unterhaltung, oder?"
Aha, wenn der Springer-Verlag und die WAMS jetzt Qualitätsstandards für Medien setzen, dann bin ich der Kaiser von China.
Darauf ich:
"Oh, Danke für die schnelle Antwort Zwinkern [Anm.: natürlich eine Anspielung an pets anhaltende Inaktivität in den Foren...]In letzterem stimme ich dir teilweise zu. Auf der einen Seite ist es natürlich wahr, dass Disney-Comics harmlose Unterhaltung sind. Aber weißt du was der Unterhaltung dient? Richtig Filme und Fernsehserien. Doch auch da schaffen es die Macher oft gesellschaftskritische Themen einzubringen. Das muss in einem Comic, der Kinder ansprechen soll, natürlich nicht sein, dennoch gab es auch schon Geschichten im LTB, die über das "einfache Unterhaltung"-Ziel hinüberschossen. Zum Beispiel Pastrovicchios und Castys Darkenblot. Oder auch Tito Faracis "Im Strudel der Zeit". Oder Mezzavillas "Das verzögerte Telefonat" und "Die Villa der verschwundenen Dinge". Lustig übrigens: Es gab doch diese Kreuzfahrtwebseite, die eure Story dafür gelobt hat, dass sie keine Fragen über Umwelt oder Massentourismus gestellt hat. Mir gefiel die Story aber auch allgemein vom Erzählerischen her nicht, aber da du ja nur die Idee geliefert hast, muss ich euch ja damit nicht langweilen. Eine Frage hätte ich noch: welches Klientel habt ihr gehofft mit einer Traumschiff-Parodie anzusprechen? Erstaunt Fragen über Fragen..."
Darauf hat er bis jetzt nicht geantwortet.
"Er [Ayran] kuriert auch den Kater der urbanen Bohemiens, die am Vorabend ein Craftbeer zu viel hatten und nun kaum einen klaren Gedanken für ihren Modeblog fassen können."
Zwischen den Panels
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