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LTB Maus-Edition 5 - Micky in Gefahr!
#1
Mittlerweile stehen Cover und Geschichtentitel für die fünfte Maus-Edition (EVT: 11.04.) fest:
http://www.lustiges-taschenbuch.de/lusti.../me-5.html

Nur sieben Geschichten also, worunter sich zwei Scarpa-Nachdrucke befinden. Bei den anderen Geschichten hab ich mal im Inducks gesucht:

Gefangen in der Dimension der Schatten: http://coa.inducks.org/story.php?c=I+TL+2972-1P
Eine heiß begehrte Erfindung: http://coa.inducks.org/story.php?c=I+TL++257-AP
Maxis wilde Abenteuer: http://coa.inducks.org/story.php?c=I+TL++440-A oder
http://coa.inducks.org/story.php?c=I+TL++445-A
Geheimauftrag in Lumpistan: http://coa.inducks.org/story.php?c=I+TL+1577-B
Das rätselhafte Teil: keine Ahnung, ist ja eh nur ein 11-Seiter

Da kann ich nur eines sagen: Gekauft! Gut
"Zwei notwendig entfernte Zeitpunkte in ein und ebendasselbe Gemälde bringen, [...] heißt ein Eingriff des Malers in das Gebiete des Dichters, den der gute Geschmack nie billigen wird." (Gotthold Ephraim Lessing)

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#2
Allein schon wegen des Covers ein Muss! Mhhh
»Manners. Maketh. Man.«
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#3
Anscheinend also ein Atömchen Band mit Micky Titel, um Gelegenheitskäufer nicht "abzuschrecken"! Hört sich doch super an ! Gut
Werd ich mir auf jeden Fall zulegen!
G.R.I.F.F.E.L C.: GRoßer Internationaler Fan der Fantastischen Eindrucksvollen Lobenswerten Comics

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#4
Da schließe ich mich an! Alleine das Cover und die Scarpa-Geschichten rechtfertigen den Kauf Gut
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#5
Absolut! Und auch noch Casty..!
International anerkannter FC Bayern-Hasser
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#6
Man kann gar nicht laut genug sagen, wie einmalig die Veröffentlichung des Covers und der Titelgeschichte sind! Wäre es nicht für LTB 360 (Cover zu "Spiel auf Zeit") und LTB 427 ("Die Welt der Zukunft"), es wäre eine Premiere. Leider zeigt das gleichzeitig nur zu deutlich, wie erbärmlich mit der Maus im allgemeinen und Casty im besonderen umgesprungen wird.
Item. Genau so muss die Maus-Edition aussehen! Gut
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#7
Genial, da freu ich mich schon drauf! Besonders auf 75 Seiten Casty! Micky Toll, dass Ehapa die Maus-Edition weiterhin bringt. Fröhlich
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#8
Zitat:Erscheinungsdatum: 11. April 2014
Preis: 6,50 € (Ö: 6,70 €, CH: 12,90 SFR)
Comicseiten: 332

Thematisch ist die fünfte Maus-Edition irgendwie nicht so ganz festgelegt: Der Titel "Micky in Gefahr!" ist ein wenig beliebig, immerhin konnte man dem Covermotiv schon die Information abgewinnen, dass mindestens eine Geschichte mit [...]

Hier geht's zum Eintrag im Blog!
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#9
Das rätselhafte Teil gehört doch eigentlich eher in den nächste Band oder?
Meine Ansichten sind zu kompliziert, als dass sie in eine Signatur passen.
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#10
So, jetzt habe ich diesen Band auch gelesen (nachdem ich ihn zufällig am Bahnhofskiosk entdeckt hatte, siehe Comic-Neuzugänge-Thread). Er war wie erwartet sehr gut, auch wenn ich von keiner Geschichte restlos begeistert war. Interessant finde ich vor allem, dass sich im direkten Vergleich doch deutliche Unterschiede zwischen Casty und Scarpa zeigen: Während Ersterer immer den Plot im Blick hat und "Gefangen in der Dimension der Schatten" stringent durchkomponiert, bevorzugt Letzterer eine freier fließende Erzählweise, die Raum für längere Gag-Einlagen lässt; an deren "seriellem" Aufbau zeigt sich deutlich der Einfluss von Gottfredsons Strips (Rudis langwierige Baumfällaktion in "Auf den Spuren der Indianer", Kamura, der Micky in "Eine heiß begehrte Erfindung" vor einer Haushaltsgefahr nach der anderen retten muss, die zahlreichen Einzelszenen, die Mickys gesellschaftlichen Absturz in "Der Kaiser von Quacktanien" zeigen). Castys Methode dagegen, den Leser fast die gesamte erste Hälfte der Geschichte lang mit immer neuen Rätseln zu bombardieren, um die zweite Hälfte mit einem ausgedehnten, actionreichen Kampf auszufüllen und die Rätsel fast nebenbei aufzulösen, erinnert eher an Hergé als an Disney-Vorbilder (aber vielleicht hat es Gottfredson manchmal auch so gemacht, ich kenne nur wenig von ihm).
Auch zeichnerisch weist Casty gewisse Gemeinsamkeiten mit der ligne claire auf, während Scarpa einen unglaublich dynamischen Stil pflegt, der stets ein Gefühl von Atemlosigkeit erzeugt und die Seiten fast von selbst zum Umblättern bringt. Das liegt wohl daran, dass Scarpa vor seiner Comickarriere bereits Trickfilm-Erfahrung hatte; Castys Figuren wirken dagegen auch in der Bewegung, die es ja reichlich gibt, statisch.
Beiden Künstlern gemeinsam ist allerdings die Angewohnheit, Atömchen nach Belieben mit allen möglichen und unmöglichen Fähigkeiten auszustatten, die an einer bestimmten Stelle notwendig sind, aber danach nie mehr eingesetzt werden. Das fortgeschrittene Fährtenlesen in "Gefangen" ist zwar nicht besonders glaubwürdig, treibt aber die Handlung in diesem Frühstadium auf eine interessante Art voran. Dass Atömchen in derselben Geschichte anhand der "Aura" einer Person in einem Video erkennen kann, ob sie die Wahrheit sagt, ist noch etwas schwerer zu schlucken; dass er in der "Erfindung" plötzlich Jiu-Jitsu-Meister ist, geht dann schon ins Absurde; und dass er schließlich in "Quacktanien" anhand eines halben Dokuments die andere Hälfte "rekonstruieren" kann, ist nur mehr durch Zauberei zu erklären.

Die Geschichten im Einzelnen (achtung, nicht spoilerfrei):

Gefangen in der Dimension der Schatten ist eine sehr solide und wie oben gesagt sehr gut aufgebaute Geschichte. Was mich daran stört, ist eine gewisse Formelhaftigkeit: die Story ist aus lauter Elementen aufgebaut, die einfach schon zu oft verwendet wurden, auch und gerade von Casty selbst. Schon wenn der Kioskverkäufer zum ersten Mal "er" sagt, ist man sich schon ziemlich sicher, dass es sich um einen Schurken handelt, nach dem Fernsehbericht ist man restlos überzeugt. Dass sämtliche Entenhausener auf den Bösewicht hereinfallen und Micky beschimpfen, weil er skeptisch bleibt, ist nicht nur vorhersehbar, es ist eine Casty-Trademark. Und es versteht sich von selbst, dass Micky hinter seine finsteren Machenschaften kommt, sie aufdeckt und ganz Entenhausen sich von dem Schurken ebenso schnell abwendet, wie er zu Ansehen gelangt ist. Das alles kann man mit ein wenig Casty-Erfahrung schon auf den allerersten Seiten erwarten, und genau so kommt es. Das heißt nicht, dass die Geschichte schlecht wäre, sie enthält für meinen Geschmack einfach nur etwas zu wenig Abwechslung zu bekannten Plotstrukturen. Was mich sonst noch stört: Durch den verrätselten, andeutungsreichen ersten Teil baut Casty eine derartige Erwartungshaltung auf, dass sie der zweite unmöglich erfüllen kann: es ist ein generelles Problem von so aufgebauten Geschichten, dass man in der zweiten Hälfte immer etwas enttäuscht ist. Außerdem hat man irgendwie zu wenig Zeit, um die Schattendimension und ihre Möglichkeiten richtig kennenzulernen, weil sie sofort vom Untergang bedroht ist - dadurch wirkt die Geschichte trotz ihrer Länge in diesem Bereich überhastet. Dass Rufus Redlich dermaßen naiv ist, finde ich ziemlich unglaubwürdig, und ich frage mich, ob Nothelf Gebegern wirklich noch so beliebt gewesen wäre, wenn seine Goldgeschenke sofort durch ihn selbst wertlos geworden wären.
Gut gefallen hat mir allerdings, dass zunächst suggeriert wird, Nothelf Gebegern sei Professor Wunderlich, was das Standard-Plotschema etwas durchbricht, sowie die Silhouettenköpfe der Zuschauer des Fernsehberichts (alle begeistert, nur Micky neutral): Auch wenn die Idee nicht neu ist, zeichnerisch ist das sehr gut gemacht. Und der Gag mit den Puschen ist schlicht grandios.
Insgesamt also eine sehr gute Geschichte, die ein wenig an ihrem zu ausgeleierten Strickmuster leidet.

Auf den Spuren der Indianer ist spannend und amüsant, hat aber Schwächen. Vor allem die Moby-Dick-Parodie stört: Sie passt nicht zur Haupthandlung und wirkt hineingezwungen. Der Antiquar bekommt nicht genug Charakter, um eine überzeugende Nebenfigur abzugeben, und freundet sich viel zu schnell mit Micky und Atömchen an. Die Story ist sehr angenehm zu lesen, aber irgendwie fehlt ihr ein gewisses Etwas, das sie wirklich interessant machen würde. Ich glaube, es hat auch mit der vergleichsweise niedrigen Seitenzahl zu tun, dass das Potenzial der Geschichte nicht voll ausgeschöpft wird.

Eine heiß begehrte Erfindung leidet unter einem ähnlichen Problem: Hier ist es der Plot, der nicht so wahnsinnig viel hergibt - es gibt kein so faszinierendes Element wie etwa das Gaunerversteck und Mickys Erinnerungen in "Die Irokesenkette". Dennoch eine ausgezeichnete Geschichte, die vor allem beim Humor punktet: Wie Kamura Micky vor jedem Anflug einer Gefahr beschützen muss und dabei immer überängstlicher wird, wie die beiden anschließend miteinander kämpfen, wie Micky danach für geraume Zeit von seinem eigenen Briefkasten gefesselt ist, wie seine tätlichen Angriffe Kater Karlo überhaupt nichts ausmachen, und natürlich diese hohen Schwellen von Kabinentüren - einfach köstlich.

Maxis wilde Abenteuer ist eine Aneinanderreihung von netten Episoden, nicht mehr und nicht weniger.

Geheimauftrag in Lumpistan kann natürlich weder inhaltlich noch zeichnerisch mit den in diesem Band vertretenen Schwergewichten mithalten. Auch wenn die Geschichte ganz nett zu lesen ist, durch die strikt lineare, überraschungslose Anlage des Plots kommt etwas Langeweile auf. Dass ein westlicher Geheimdienst Agenten in ein Entwicklungsland namens "Lumpistan" schickt, dessen Bewohner eine "verbrecherische" Physiognomie haben, um Ordnung zu schaffen, kann einem auch sauer aufstoßen. Außerdem ist mir aufgefallen, dass Atömchens wundersame Fähigkeiten noch weniger erklärt werden als in den anderen Geschichten - man sieht nicht, wie er die holografischen Bilder produziert, das Schneefahrzeug beschleunigt und die Rakete sabotiert, es passiert einfach. Schön ist allerdings die Durchbrechung der vierten Wand am Ende (Atömchen erzeugt absichtlich den "Ende"-Schriftzug).

Das rätselhafte Teil ist ein Lückenfüller, der schlechter sein könnte. Nicht sehr interessant, aber auch nicht ärgerlich schlecht.

Der Kaiser von Quacktanien ist ein interessanter Fall. Durch 313ers CdM-Rezension der Geschichte war ich ziemlich "gehypt", ganz so toll war sie dann aber doch nicht. Die Grundidee ist ohne Frage genial, aber an der Ausführung habe ich dann doch einiges auszusetzen. Zunächst einmal knirscht es im Gebälk der Logik: Es ist fraglich, ob der Staatsminister, der ja offensichtlich von einem Präsidenten entlassen werden kann, überhaupt befugt ist, das gesamte Staatsgebiet zu überschreiben; der falsche Kaiser hat keinen vernünftigen Grund, Mieterhöhungen zu verschicken, solange er noch nicht das ganze Dokument besitzt; seine ganze Verkleidung nützt ihm nichts, solange er nicht beweisen kann, dass er ein Nachkomme Kid-Mickys ist; Kid-Mickys Alter sowohl im Prolog (18 Jahre) als auch im Hauptteil (105 Jahre) ist unglaubwürdig und passt nicht so ganz zu seinem Auftreten; und es ist nicht recht einzusehen, warum der Minister den Vertrag mit einem Ablaufdatum versehen hat und warum das gerade der 6.4.1970 ist. Außerdem wirken einige Hintergründe der Handlung nicht ganz ausgeführt: Was war überhaupt der Sinn der einleitenden Reise durch die Wüste, und warum hatte sie gerade diese Teilnehmer? Was genau ist Quacktanien, existiert es noch als Staat? Und auch wenn das Ende mit Mickys Euphorie und seiner brutalen Niederlage genial ist: Ihm den finalen Schlag mit dem sexistischen Klischee "Frauen brauchen lange, um sich anzuziehen" zu versetzen, hätt's nicht gebraucht. Um die Mitte der Geschichte wirkt es zudem, als hätte man einige Seiten überblättert: Warum denken plötzlich alle, dass Kid-Micky Mickys Großvater ist? Warum ist er am Abend so nervös und erwartet den Betrüger? Das liegt jedoch höchstwahrscheinlich daran, dass man beim ersten Abdruck im LTB mal wieder zwei Seiten am Übergang der Teile weggeschnitten und es nie mehr für nötig befunden hat, sie mit abzudrucken - selten hat sich so etwas aber so stark bemerkbar gemacht wie in dieser Geschichte. Wenn man sich diese Seiten dazudenkt und die logischen Schwachpunkte außer Acht lässt, ist die Story jedoch brillant (die Suche nach der Trompete gab es aber schon so ähnlich in Gottfredsons Phantom- und in Scarpas Kaligeschichte). Schade, dass wir sie wohl nie vollständig lesen werden.

Fazit: Ein wirklich guter Band voller Highlights (ich versuche erst gar nicht, sie zu reihen, aber ganz oben wäre wahrscheinlich "Eine heiß begehrte Erfindung"), ein absoluter Überflieger wie Castys "Darkenblot 1" oder Scarpas "Abenteuer unter dem Eis" ist jedoch nicht dabei. Trotzdem eine Kaufempfehlung wert.
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#11
Interessante Rezension. Ein paar unstrukturierte Gedanken von mir:

(25.07.2018, 19:52)Primus schrieb: Interessant finde ich vor allem, dass sich im direkten Vergleich doch deutliche Unterschiede zwischen Casty und Scarpa zeigen: Während Ersterer immer den Plot im Blick hat und "Gefangen in der Dimension der Schatten" stringent durchkomponiert, bevorzugt Letzterer eine freier fließende Erzählweise, die Raum für längere Gag-Einlagen lässt; an deren "seriellem" Aufbau zeigt sich deutlich der Einfluss von Gottfredsons Strips (Rudis langwierige Baumfällaktion in "Auf den Spuren der Indianer", Kamura, der Micky in "Eine heiß begehrte Erfindung" vor einer Haushaltsgefahr nach der anderen retten muss, die zahlreichen Einzelszenen, die Mickys gesellschaftlichen Absturz in "Der Kaiser von Quacktanien" zeigen).

Zustimmung.

(25.07.2018, 19:52)Primus schrieb: Castys Methode dagegen, den Leser fast die gesamte erste Hälfte der Geschichte lang mit immer neuen Rätseln zu bombardieren, um die zweite Hälfte mit einem ausgedehnten, actionreichen Kampf auszufüllen und die Rätsel fast nebenbei aufzulösen, erinnert eher an Hergé als an Disney-Vorbilder (aber vielleicht hat es Gottfredson manchmal auch so gemacht, ich kenne nur wenig von ihm).

Ich kenne auch nicht so viel von Gottfredson, allerdings genug, um folgende Aussage zu machen: Gottfredson hatte als Autor ein gutes Gefühl für den Spannungsbogen, Bill Walsh dagegen hat die Episoden oft eher wild aneinandergereiht, und dabei teilweise wenig Acht auf die Logik des großen Ganzen gelegt.

(25.07.2018, 19:52)Primus schrieb: während Scarpa einen unglaublich dynamischen Stil pflegt, der stets ein Gefühl von Atemlosigkeit erzeugt und die Seiten fast von selbst zum Umblättern bringt. Das liegt wohl daran, dass Scarpa vor seiner Comickarriere bereits Trickfilm-Erfahrung hatte; Castys Figuren wirken dagegen auch in der Bewegung, die es ja reichlich gibt, statisch.

Eingeschränkte Zustimmung. Sicher sind Castys Zeichnungen nie so dynamisch wie die von Scarpa, aber er hat in seinen früheren Jahren deutlich lebendiger gezeichnet. Beispiele wären "Der große Goofunga" oder "Hilferuf aus Dakapo". Hier wirken die Bilder, gerade auch mit der übermäßig bunten Kolorierung, auf mich irgendwie wie Plastik. Schön, aber unecht. Ein dünnerer Tuschestrich hätte da schon einiges bewirkt.

(25.07.2018, 19:52)Primus schrieb: Gefangen in der Dimension der Schatten ist eine sehr solide und wie oben gesagt sehr gut aufgebaute Geschichte. Was mich daran stört, ist eine gewisse Formelhaftigkeit: die Story ist aus lauter Elementen aufgebaut, die einfach schon zu oft verwendet wurden, auch und gerade von Casty selbst.

Ich glaube eher, die Geschichte leidet (besonders aus heutiger Sicht) unter zwei Problemen. Erstens hat Casty, wie du sagst, die Elemente noch öfters verwendet, allerdings eher danach - Darkenblot 2 ist ja von der Handlung beinahe identisch aufgebaut. Zweitens aber sind die Zitate aus Scarpas Atömchen-Geschichten so dermaßen stark Teil der Handlung, dass sie diese beinahe unter sich erdrücken. Den fensterlosen Raum z.B. hat Casty doch einfach aus der Irokesenkette "geklaut". Und drittens mag ich es nicht, dass Casty so tut, als ob Micky und Atömchen sich jahrzehntelang nicht gesehen haben - durch die Datierung von "Quacktanien" und den exzessiven Einsatz von Smartphones und Tablets in Castys Geschichte wird das Problem mit den nie alternden Figuren ja nur hervorgehoben.

(25.07.2018, 19:52)Primus schrieb: Gut gefallen hat mir allerdings, dass zunächst suggeriert wird, Nothelf Gebegern sei Professor Wunderlich, was das Standard-Plotschema etwas durchbricht, sowie die Silhouettenköpfe der Zuschauer des Fernsehberichts (alle begeistert, nur Micky neutral): Auch wenn die Idee nicht neu ist, zeichnerisch ist das sehr gut gemacht. Und der Gag mit den Puschen ist schlicht grandios.
Meine Lieblingsszene ist ja diese: "Micky! Wach auf! Da ist jemand im Schrank!" Für einen Disney-Comic schon recht unheimlich Schockiert

(25.07.2018, 19:52)Primus schrieb: Auf den Spuren der Indianer ist spannend und amüsant, hat aber Schwächen. Vor allem die Moby-Dick-Parodie stört: Sie passt nicht zur Haupthandlung und wirkt hineingezwungen. Der Antiquar bekommt nicht genug Charakter, um eine überzeugende Nebenfigur abzugeben, und freundet sich viel zu schnell mit Micky und Atömchen an.

Hat Casty nicht daran gehindert, ihn wiederzubeleben Balken (und auch wenn man es kaum glauben mag, er bekommt ein bisschen mehr Charakter...)

(25.07.2018, 19:52)Primus schrieb: Maxis wilde Abenteuer ist eine Aneinanderreihung von netten Episoden, nicht mehr und nicht weniger.

Es ist vor allem eine Geschichte im Strip-Format, was Scarpa ja immer wieder mal gerne gemacht hat.

(25.07.2018, 19:52)Primus schrieb: Geheimauftrag in Lumpistan kann natürlich weder inhaltlich noch zeichnerisch mit den in diesem Band vertretenen Schwergewichten mithalten.

Da gebe ich dir Recht, allerdings finde ich es interessant, wie sehr Massimo Dotta den frühen Scarpa versucht hat zu imitieren...
(25.07.2018, 19:52)Primus schrieb: ein absoluter Überflieger wie Castys "Darkenblot 1" oder Scarpas "Abenteuer unter dem Eis" ist jedoch nicht dabei. Trotzdem eine Kaufempfehlung wert.

Ach, ich finde "Gefangen..." trotz seiner Schwächen schon besser als Darkenblot 1. Und "Abenteuer unter dem Eis"? Das ist ein Highlight? Ich fand die Geschichte für Scarpa erstaunlich schwach. Nicht mal er konnte mit Pinguinen etwas anfangen Greenie
Wissenschaftliche Experimente, doch was nützen die der Ente?
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#12
(07.08.2018, 21:41)Spectaculus schrieb:
(25.07.2018, 19:52)Primus schrieb: während Scarpa einen unglaublich dynamischen Stil pflegt, der stets ein Gefühl von Atemlosigkeit erzeugt und die Seiten fast von selbst zum Umblättern bringt. Das liegt wohl daran, dass Scarpa vor seiner Comickarriere bereits Trickfilm-Erfahrung hatte; Castys Figuren wirken dagegen auch in der Bewegung, die es ja reichlich gibt, statisch.
Eingeschränkte Zustimmung. Sicher sind Castys Zeichnungen nie so dynamisch wie die von Scarpa, aber er hat in seinen früheren Jahren deutlich lebendiger gezeichnet. Beispiele wären "Der große Goofunga" oder "Hilferuf aus Dakapo". Hier wirken die Bilder, gerade auch mit der übermäßig bunten Kolorierung, auf mich irgendwie wie Plastik. Schön, aber unecht. Ein dünnerer Tuschestrich hätte da schon einiges bewirkt.
Die Bemerkung war ja auch nur auf "Gefangen in der Dimension der Schatten" bezogen, nicht auf Castys Gesamtwerk (das war allerdings zugegebenermaßen nicht deutlich). Deinem vermeintlichen Einspruch stimme ich vollkommen zu.

Zitat:Ich glaube eher, die Geschichte leidet (besonders aus heutiger Sicht) unter zwei Problemen. Erstens hat Casty, wie du sagst, die Elemente noch öfters verwendet, allerdings eher danach - Darkenblot 2 ist ja von der Handlung beinahe identisch aufgebaut. Zweitens aber sind die Zitate aus Scarpas Atömchen-Geschichten so dermaßen stark Teil der Handlung, dass sie diese beinahe unter sich erdrücken. Den fensterlosen Raum z.B. hat Casty doch einfach aus der Irokesenkette "geklaut". Und drittens mag ich es nicht, dass Casty so tut, als ob Micky und Atömchen sich jahrzehntelang nicht gesehen haben - durch die Datierung von "Quacktanien" und den exzessiven Einsatz von Smartphones und Tablets in Castys Geschichte wird das Problem mit den nie alternden Figuren ja nur hervorgehoben.
Das stört mich jetzt alles eher weniger. Für mich hat sich als Hauptproblem (neben der Formelhaftigkeit) mittlerweile herauskristallisiert, dass der zweite Teil etwas überhastet ist.

Zitat:Es ist vor allem eine Geschichte im Strip-Format, was Scarpa ja immer wieder mal gerne gemacht hat.
Wirklich? Woher weißt du das? Im Inducks steht es nicht.

Zitat:Ach, ich finde "Gefangen..." trotz seiner Schwächen schon besser als Darkenblot 1. Und "Abenteuer unter dem Eis"? Das ist ein Highlight? Ich fand die Geschichte für Scarpa erstaunlich schwach. Nicht mal er konnte mit Pinguinen etwas anfangen  Greenie
Du kennst meine Gefühle für Darkenblot 1 Greenie . Zu "Abenteuer unter dem Eis" bald mehr. Oder auch nicht so bald. Wir werden sehen.

Übrigens würde mich interessieren, was du eigentlich von der Quacktanien-Geschichte hältst.
Meine Ernennung zum E.I.G.E.N.L.O.B.

"Da ergiebt sich, daß Moral-Predigen leicht, Moral-Begründen schwer ist." (Arthur Schopenhauer)
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#13
(11.08.2018, 20:26)Primus schrieb: Wirklich? Woher weißt du das? Im Inducks steht es nicht.

Das stand mal im Featherysociety-Forum. Aber wenn man die Geschichte liest, fällt auch schnell auf, dass sie einen typischen Strip-Rhythmus hat; nach vier oder fünf Bildern kommt immer ein Gag. Und noch dazu besteht die Geschichte aus vier klar getrennten Teilen.

Okay, anhand der Seitenaufteilung merkt man, dass es nicht in der Zeitung funktionieren würde. Trotzdem ist der Einfluss sehr deutlich spürbar.

(11.08.2018, 20:26)Primus schrieb: Du kennst meine Gefühle für Darkenblot 1  Greenie . Zu "Abenteuer unter dem Eis" bald mehr. Oder auch nicht so bald. Wir werden sehen.

Übrigens würde mich interessieren, was du eigentlich von der Quacktanien-Geschichte hältst.

Das weiß ich selber nicht so genau. Tendenziell gehen meine Gefühle aber in eine ähnliche Richtung wie deine. Ich mag es, dass die Geschichte relativ bodenständig ist und nur in Entenhausen spielt, aber einige Elemente passen mir nicht so sehr, und als Ganzes bleibt sie irgendwie unter ihrem Potenzial.
Wissenschaftliche Experimente, doch was nützen die der Ente?
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