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LTB Enten-Edition 50 - Jubelband
#1
Ich habe jetzt keinen Thread zur aktuellen Enten-Edition gefunden und wollte nicht extra einen eröffnen. Darum hier folgend ein paar Gedanken zu Enten Edition Nummero 50 „Jubelband 50“.
 
Cover, Titel, Backcover:
So sieht eine gelungene Jubiläumsedition aus! Die Goldfolie passt hervorragend als Hintergrund zum – zugegebenermaßen – nicht sehr erfrischenden Familien-Porträts der Ducks mit den Neffen im Vordergrund sowie Daisy, Donald, Dagobert, Gustav und Oma Duck. Mit noch mehr Enten, denen diese Edition ja bekanntlich gewidmet ist, wäre das Cover wohl auch zu überladen gewesen. Insgesamt sehr hübsch, aber nix Weltbewegendes. Gleiches gilt für den Titel und das Backcover mit der Montage aus dem Buchrückenmotiv 2012 und dem grübelnden Dagobert vom Cover von LTB 396 – Das fällt dem Kenner natürlich sogleich auf! ^^ Andererseits wäre hier Platz gewesen für Dussel, Franz, Düsentrieb, Primus und Co.. Naja, man kann nicht alles haben. Achja, der weiße Buchrücken ist für die Enten-Editionen bisher wirklich einzigartig und sticht im Regal ins Auge!
(Wer weiß, woher der jubelnde Dagobert darauf stammt, kann das ja mal schreiben. Müsste von einem neuaufgelegten Cover sein.)
 
Die selbstschälenden Kartoffeln
Seit mehr als einem halben Jahrhundert wartet diese Geschichte von Scarpa und Cimino daraus, in Deutschland erstmalig veröffentlicht zu werden. Puh. Wäre allerdings auch kein großer Verlust gewesen, wenn wir weiter darauf hätten verzichten müssen. Eine mehr oder weniger üblich gestrickte Story von Cimino mit einer sonderbaren Absurdität im Mittelpunkt, nämlich den selbstschälenden Kartoffeln. Kein großes Geheimnis, wie und vor allem wo man auf solch eine verrückte Idee kommt… Greenie Die pseudowissenschaftliche Erklärung kann wie so oft nicht punkten, aber diesbezüglich darf man meines Erachtens auch keine großen Erwartungen haben, schließlich handelt es sich immer noch um einen Kindercomic. Dagoberts Gier und Donalds Schusseligkeit führen zu einem chaotischen Ende ohne ein besonderes Spektakel. Insgesamt nicht wirklich ein Highlight, was ich persönlich mir auf der Zunge zergehen lasse. Apropos Zunge! Da läuft mir beim Gedanken an die zweite Geschichte des Bandes glatt das Wasser im Munde zusammen:
 
Der feurige Pizzabäcker
Die „Donald hat ein besonderes Talent und vergeigt es am Ende trotzdem“-Geschichte dieses Jubelbandes stammt von Fabio Michelini, gezeichnet von Ottavio Panaro. Dieses Mal dreht sie sich thematisch um die Kunst des Pizzabackens. Herrlich, bell Italia! – Hm, okay, kam auf den ersten Blick irgendwie bekannt vor, ich schenke aber dennoch dem Inhaltsverzeichnis Glauben, welches „Der feurige Pizzabäcker“ als Erstveröffentlichung einordnet. Was mir hieran gut gefällt ist die Tatsache, dass Donald sein Pizzabäcker-Talent nicht durch Gottes Gnaden erhält, sondern dass er sich aus eigener Motivation heraus anstrengt, ein guter Pizzabäcker zu werden und über Pleiten, Pech und Pannen hinwegsieht, ohne total auszurasten. Der Leser kann Donalds Weg gut verfolgen, wie dieser durch kreative Pizza-Kreationen einen Namen macht, der natürlich Onkel Dagobert nicht verborgen bleibt. Schlussendlich plätschert die Geschichte vor sich hin mitten in die Katastrophe. Nicht schlecht, aber doch vorhersehbar und gar nicht übel in Szene gesetzt.
 
„Habe ich das erfunden?“
Die Düsentrieb-Geschichte in 5 Akten von Giorgio Martignoni und Stefano Turconi (von dem hab ich verdammt lange nix mehr gelesen) handelt von einem „Dingsda“, was Daniel vor ewiger Zeit erfunden hat, sich jedoch heute partout nicht mehr daran erinnern kann, wozu diese ominöse Erfindung eigentlich diesen soll. Jeder Teil der Geschichte beinhaltet eine Figur, die sich das Dingsda auf ihre ganz eigene Art und Weise zunutze macht, nämlich Dussel, die Panzerknacker, Franz, Daisy und Dagobert. Eine lustige Idee, nicht übertrieben umgesetzt. Prädikat: Nett. Fast schon traurig, dass Herr Düsentrieb so überarbeitet ist, dass der sich nicht mehr an den Zweck seiner Erfindung erinnern kann. Als Leser leidet man da richtig mit! Die Auflösung ist leider nur so gnartsch. Die „Wünsche-Erfüllermaschine“ war beim Lesen zumindest meine erste Eingebung.
P.S. Der übel dreinschauende da Vinci auf Seite 80 war für einen Lacher gut! xD
 
Der Donnernde Elch
… wurde von Bruno Sarda erdacht und zeichnerisch von Roberto Santillo sehr detailreich umgesetzt. Es versteht sich von selbst, dass Tick, Trick und Track nicht begeistert davon sind, dass ihr Großonkel Dagobert ein Auge auf das Grundstück ihres beliebten Fußballplatzes geworfen hat. Also setzen sie alles daran, die Pläne des reichsten Erpels der Welt zu durchkreuzen. Das wiederum geht diesem gewaltig gegen den Strich, schließlich ist er als knallharter Geschäftsmann bekannt! Und das soll auch so bleiben… Okay, die Story bleibt nicht so schrecklich lange in Erinnerung. Als Oberes Mittelmaß kann man „Der Donnernde Elch“ ganz gewiss problemlos einstufen. Mehr gibt es im Großen und Ganzen nicht zu sagen.
 
Der neue Werbestar
Wow, war diese Oma-Duck-Geschichte von Carlo Gentina und Pasquale Venanzio lahm. Man hat immer das Gefühl, die Autoren quälen sich, einen Plot mit Oma Duck zu entwerfen, der nicht völlig Banane ist. Ob das hier gelungen ist, muss am Ende jeder selber entscheiden; ich bin jedenfalls nicht sehr überzeugt. Finde das Szenario auch reichlich übertrieben, insbesondere, dass die Entenhausener Stadtbevölkerung dermaßen auf die Bioprodukte von Oma Ducks Hof abfährt. Autogrammjagd auf Franz Gans? Ich bitte euch. Das Ende ist eine echte Schande für Onkel Dagoberts Geschäftsehre. Kann man ohne Bedenken überblättern und sich stattdessen…
 
Geniale Geisterjagd
… von Bruno Concina und Paolo Ongaro widmen. Wer ein Fan Blödsinnigkeiten dieses Erdenballs ist, wird sich mit dieser „Gruselgeschichte“ sicherlich anfreunden können. Ich zähle mich zwar prinzipiell auch oft dazu, mich konnte Donalds wilde Geisterjagd durch Entenhausen jedoch nicht überzeugen. Die Zeichnungen sind schön, sehr klassisch unterm Strich, summasumarum kommt man über ein Mittelmaß beim besten Willen nicht heraus. Nix Weltbewegendes mit teilweise lustigen Stellen, die zum Schmunzeln anregen.
 
Neffen in Gefahr
… von Per Hedman (Ha, und eben nicht von den McGreals!) und Fecchi (das zu erkennen ist weniger schwer…) erschien schon 2007 und war titelgebend für LTB 368. Schon krass, wie ich mich so gar nicht – und damit meine ich SO GAR NICHT – an diese Geschichte über die cleveren Neffen Tick, Trick und Track, erinnern kann. Diese wollen ihre Teenager-Rivalen mal so richtig auf die Schippe nehmen und gaukeln ihnen einen versteckten Schatz im Entenhausener Umland vor, der sich jedoch schnell als durchaus real darstellt… Oder so ähnlich. Interessante Ansätze, auch zur Historie von Entenhausen und zu den Mitschülern von T³, bietet diese Geschichte reichlich. Eeeeeeeendlich bekommen die Streber-Kiddies und Fieselschweiflinge voller Ehrenorden mal eins auf die Mütze! Greenie Feindschaften gehören zum Leben dazu. Spannung kommt auch ein bisschen auf, man mag es kaum glauben. Merkwürdigerweise wurde die Gumpe hier als „die/der Blubber“ bezeichnet.
Die beste Geschichte über T³, die ohne fremde Figuren auskommt, die ich seit Langem gelesen habe. Bzw. WIEDERgelesen habe. Ach egal.
 
Reisen ohne Netz
… ist eine relativ neuartige Geschichte von Matteo Venerus und Vitale Mangiatordi (den fand man früher auch häufiger im LTB als jetzt) und beschäftigt sich mit den Blogs in Entenhausen. Hm, hab’s schon oft genug durchklingen lassen, ich komme mit der Moderne in Entenhausen nicht zurecht. Oft wird die aktuelle Wirklichkeit mit all ihren vielschichtigen Problemen der Neuzeit zu sehr in den Comic hineingepresst, um eine Gut- oder Böse bzw. Schwarz- oder Weiß-Welt zu erschaffen. Dieses Gefühl hatte ich hier mit dem köstlichen Gespann Daisy und Dagobert überhaupt nicht. Die Geschichte nimmt sich Zeit, sich zu entwickeln und den Leser in die Bloggerwelt humorvoll einzuführen. Kurzerhand beschließt Daisy, selbst als Bloggerin tätig zu werden und geht mit ihrem Onkel Dagobert auf dessen abenteuerlichen Expeditionen, Geschäftsreisen und Schatzjagden. Hey, schmecke ich da die Prise Innovation, die aus dem Salzstreuer der kreativen Ideen in die Plot-Suppe rieselt?! Ich denke schon! Eine Geschichte, die Spaß macht beim Lesen und Daisy durchaus etwas weiter zeichnet, als man es bisher kennt: Als Donalds Verlobte, die nur eingeführt wurde, um alle weiblichen Klischees in dieser Figur zu vereinen. Hier ist es anders. Diese Daisy ist tough, selbstbewusst und lässt sich von niemandem reinreden. Gleichzeitig zeigt sie viel ehrbares Verhalten für beispielsweise Familie (macht Donald ein großzügiges Frühstück, rettet Dagoberts aus der Unterwasserhöhle) und im besonderen Maße für die Umwelt. „Reisen ohne Netz“ hat nichts mit „Reisen ohne Mobilfunkanschluss“ zu tun, sondern mit den Abenteuern der entlegensten Regionen dieser Welt, in die Onkel Dagobert von Zeit zu Zeit aufbricht. Dass er dafür Donald einspannt, ist bekannt; dass Daisy ein durchaus tüchtiges Zugpferd sein kann, hat sich aber gezeigt.
Die egoistische Gegenspielerin passt nicht gerade ins Bild, die Geschichte hätte auch gut ohne sie funktioniert. Hab ich schon gesagt, dass die Zeichnungen von Mangioatordi echt klasse sind? Lesetipp!
 
Verkannte Kapazität
… heißt die Dussel-Geschichte von Salati und Ottavio Panaro. Inhaltlich wird dargeboten, wie Dussel seiner Familie bestehend aus Dagobert, Donald und Daisy sehr gern bei deren alltäglichen Problemen hilft, seine… „Hilfe“ aber nicht so ankommt, wie Dussel sich das ursprünglich gedacht hat. Schnell geht etwas schief und Dussel ist am Ende der Dumme, der sowieso nicht ernst genommen wird. Ganz einfach eine verkannte Kapazität! Hach, herrlich, eine schwer abstruse gut inszenierte Story mit meinem Zweitlieblingstollpatsch, Dussel Duck, in der Hauptrolle. Auch hier wird diese Figur nicht nur auf ihre typischen ursprünglichen Eigenschaften reduziert, sondern bekommt weitere Aspekte zu seinem gutmütigen, wenn auch wirren Charakter dazu. Liest sich wirklich gut und erfrischend, wird bestimmt auch denjenigen gefallen, die nicht die besten Freunde von Dussel Duck sind, der ja oft der nervige Durchgeknallte ist und das Verderben förmlich heraufbeschwört. Lest selbst.
 
Die Schattenseite des Glücks
… stellt unschwer zu erkennen die Gustav-Geschichte dieses Bandes dar, inszeniert von Rudy Salvagnini und Allessandro Gotardo. Gustav verlebt gemeinsam mit Donald einen gewöhnlichen Tag im Leben eines Glückspilzes, d.h. ein Leben der Superduperlative der Extraklasse! Doch dass alles seine Schattenseite hat, wird Donald zunehmend klar, als er seinen Vetter bei einem Einkaufsbummel begleitet. Wenn übermäßiges Glück und übermäßiges Pech aufeinandertreffen, heben sie sich gegenseitig auf: So auch hier, als Gustav und Donald einen Deal abschließen…
Überzeugende Geschichte ohne große Höhen und Tiefen. Donni und Gustl hauen sich mal nicht ihre Schnäbel ein, sondern treten als „Team“ auf und demonstrieren familiäre Hilfeleistung. Kommt nur leider nicht so an, wie ursprünglich bestellt.
 
Konzentriertes Wasser
… nennt sich die letzte Story des Jubelbandes von den beiden Giorgios Pezzin und Cavazzano. Diese ist so dermaßen ballaballa, dass es schon wieder witzig ist. Zum Plot kann man nichts erklären, ohne bereits zu viel zu verraten. Ziemlich verrückt endet die 50. Enten-Edition, die schon Nr. 51 „Ein Tag im Leben des Donald D.“ für den 5. August anteasert.


Ein gelungener Jubelband, der versucht, viele neue Türe zu öffnen und dahinter liegende Wege zu gehen. Für mich hat sich mal wieder bestätigt, dass die Enten-Edition die beste Nebenreihe ist.
Der Cowboy aus dem Wilden Osten
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#2
(23.07.2016, 10:50)Entenfan schrieb: Für mich hat sich mal wieder bestätigt, dass die Enten-Edition die beste Nebenreihe ist.
Sehr schöne Rezension Gut
Das oben zitierte Fazit würde ich aber mal in Frage stellen. Die Enten-Edition ist mit ihren vielen Erstveröffentlichungen sicherlich attraktiv für Sammler, für diejenigen aber, die nur wenige LTBs besitzen, empfinde ich das LTB Spezial als sehr viel lohnender. Dieses enthält ja in der Regel sehr viele Nachdrucke aus LTB oder Donald Duck-Taschenbüchern und beinhaltet nur wenige, meist nicht besonders spektakuläre EVs, die Qualität der Geschichten ist dadurch im Mittel eine höhere. Auch gefällt mir an dieser Nebenreihe, dass Duck und Maus-Geschichten gemischt präsentiert werden, ebenso wie sich ältere und neuere Geschichten mehr abwechseln. Und schlussendlich werde ich auch als langjähriger Sammler nicht "gezwungen" mit diese Nebenreihe zu kaufen, da man ja, wie schon erwähnt, kaum durch attraktive EVs gelockt wird.
Mit dem Spezial erhält der Gelegenheits-Käufer eine große Auswahl an meist guten Geschichten, der Sammler wird natürlich viele Stories schon kennen und muss abwägen, ob er diese Reihe nun braucht oder nicht. Die Enten-Edition empfinde ich dagegen als völlig unnötig und frage mich nur, warum die ganzen (teilweise ja auch recht guten) EVs nicht ins normale LTB kommen, wo diese so dringend notwendig wären.
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#3
@Entenfan: Für diese LTB Besprechung hätte sich die Eröffnung eines eigenen Threads schon gelohnt. Vielleicht holt das ja einer der Admins nach? Zwinkern Auf jeden Fall vielen Dank für diesen detaillierten Überblick der Geschichten. Ich habe bisher ganz vergessen mir den zu holen. Wird aber sofort erledigt.
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#4
(23.07.2016, 12:43)FAB schrieb:
(23.07.2016, 10:50)Entenfan schrieb: Für mich hat sich mal wieder bestätigt, dass die Enten-Edition die beste Nebenreihe ist.
Sehr schöne Rezension Gut
Das oben zitierte Fazit würde ich aber mal in Frage stellen. Die Enten-Edition ist mit ihren vielen Erstveröffentlichungen sicherlich attraktiv für Sammler, für diejenigen aber, die nur wenige LTBs besitzen, empfinde ich das LTB Spezial als sehr viel lohnender. Dieses enthält ja in der Regel sehr viele Nachdrucke aus LTB oder Donald Duck-Taschenbüchern und beinhaltet nur wenige, meist nicht besonders spektakuläre EVs, die Qualität der Geschichten ist dadurch im Mittel eine höhere. Auch gefällt mir an dieser Nebenreihe, dass Duck und Maus-Geschichten gemischt präsentiert werden, ebenso wie sich ältere und neuere Geschichten mehr abwechseln. Und schlussendlich werde ich auch als langjähriger Sammler nicht "gezwungen" mit diese Nebenreihe zu kaufen, da man ja, wie schon erwähnt, kaum durch attraktive EVs gelockt wird.
Mit dem Spezial erhält der Gelegenheits-Käufer eine große Auswahl an meist guten Geschichten, der Sammler wird natürlich viele Stories schon kennen und muss abwägen, ob er diese Reihe nun braucht oder nicht. Die Enten-Edition empfinde ich dagegen als völlig unnötig und frage mich nur, warum die ganzen (teilweise ja auch recht guten) EVs nicht ins normale LTB kommen, wo diese so dringend notwendig wären.

Okay, dass bildet natürlich wieder Gesprächsstoff für das Thema "Die beste Nebenreihe", hab ich so gar nicht erwartet. ^^

Mich stört am Meisten am LTB Spezial, wie oft es im Jahr auf den Markt geschmissen wird, zunehmend ohne Sinn und Verstand. Klar gehen einem nach 70 Bänden mal die richtig guten Themen aus, aber durch die hohe Publikationsrate - früher waren es 4 im Jahr, also quartalsweise, was vollkommen ausgereicht hat - hat diese Nebenreihe ihren Reiz für mich verloren. Vom Preis-Leistungs-Verhältnis muss man sicherlich schon allein in Anbetracht der Seitenzahl den Punkt an das LTB Spezial abgeben: Für 508 Seiten 8,99€ = 0,0177€ pro Seite, bei der Enten-Edition 332 Seiten zu 6,99 = 0,0211 pro Seite. Ändert aber nichts daran, dass der Preis für das Spezial in meinen Augen unverhältnismäßig hoch geworden ist (hat sich immer höher entwickelt, desto mehr Bände rausgehauen worden sind), wenn ich da vor allen Dingen die Zielgruppe im Blick behalte. Ich fiind's echt teuer.

Die Enten-Edition wurde bestimmt nicht ohne Grund eingeführt (Wäre mal interessant zu recherchieren!) eben weil die Ducks verkaufszahlenmäßiger beliebter sind/waren als die Mäuse. Ich will gar nicht behaupten, dass das Maus-Universum nicht vielseitig ist; das wäre schlichtweg falsch, wie die Einführung der relativ neuen Maus-Edition gezeigt hat. Dennoch wage ich die These, dass man zum Duck-Universum eine eigene Reihe besser integrieren kann als im Maus-Universum. In letzter Zeit hat die EE deutlich gemacht, wie "Nebenfiguren" (ausgegangen vom Donald, den jeder auf dem Cover erkennt) ihren eigenen Band in der EE bekommen haben. Bspw. Primus, Daniel, Franz und sogar Dussel. Wahrscheinlich würden sich weniger Gelegenheitskäufer eine LTB Maus-Edition nur mit Gamma-Geschichten kaufen, weil sie den möglicherweise gar nicht kennen. Und wenn wir uns erinnern, war diese Thematik sogar entscheidend für die Einführung der Maus-Edition!

Aber vielmehr wollten wir über das Spezial reden. Ich würde unterschreiben, dass das Spezial öfter von Casuals gekauft wird als die EE. Schwer zu belegen, aber werfen wir die These mal in den Raum. Auch hier ist meistens Donni auf dem Cover, wenngleich die Geschichten mittlerweile einen guten Mix aus aus Duck und Maus bieten. Während bei der EE nur eine Person im Vordergrund steht, gehts beim Spezial bekanntermaßen um ein (relativ?) grobes Thema, dass plottechnisch sowohl Ducks als auch die Mäuse betreffen kann. Sicher kommt da das ein oder andere Thema verkaufstechnisch besser an als ein anderes, genau wie manche Ducks in der EE sich besser vermarkten lassen als ein Dussel Duck auf dem Cover. Klarer Fall. 
Du argumentierst mit der Geschichtenauswahl, wo wiederum Geschmäcker auf Geschmäcker treffen. Zugegebenermaßen freue ich mich im Spezial auch ab und zu, eine ältere mir schon bekannte Geschichte aufgewärmt zu bekommen - wenn sie gut ist und ein Meilenstein der LTB-Geschichte ist sowie auch sich dem Spezial-Thema unterordnen lässt. Neulich hab ich den Dieb von Bagdad mal wieder gelesen. Ja, sowas gefällt mir. Allerdings tritt an dieser Stelle - wie schon korrekterweise von dir beschrieben - der Umstand, dass ich Fan/Freak/Ferrückt der LTBs bin und fast alles kenne. Darum sind EEs mit vielen Erstveröffentlichungen für mich attraktiver als für jemanden, dem die Klassiker der früheren Jahrgänge noch nicht bekannt sind. Es ist sinnvoll, hier die Zielgruppen noch weiter zu unterscheiden, scheint mir: Fans und Casuals. EE und Spezial sollen möglichst beide Gruppen ansprechen, damit sie sich gut verkaufen.

So, und jetzt hau ich nochmal einen raus!
THESE: Wenn eine Enten-Edition einen sehr bekannten Duck wie Donald oder Dagobert behandelt und viele Casuals anspricht, dann richtet sich das Thema der Spezial-Bände eher an die Fans. Klingt blöd, aber das Thema wird dann "spezieller" und grenzt den Geschichtenumfang mehr ein als ein anderes Thema.

Andersherum ist das Thema des LTB-Spezials weiter gefasst, wenn in der Enten-Edition (die gerade auf dem Markt ist) eine Figur wie Primus von Quack behandelt wird.
Kann man meinen Gedankengang nachvollziehen? - Leute, das hat was mit Marketing zu tun.

Beispiele:
- EE 26 über den DGD vom August 2009. Das ist wohl sehr eng begrenzt auf Geschichten des Duckschen Geheimdienst, von dem ich weiß, dass ihn einige feiern, andere wiederum überhaupt nicht. Einen Monat vorher erschien im Juli 2009 Spezial 32 mit den Großen Entdeckern. Riiiiiiiiiiiiesen-Möglichkeiten, dass mit Geschichten vollzustopfen; und zwar mit richtig langen richtig alten Geschichten. Zudem verkaufsfördernder Donald und Glitzereffekt auf dem Cover. 
- Im Mai 2013 treffen EE 38 mit Franz Gans (doch sehr sehr speziell, die Figur mag doch nun wirklich keiner übertrieben gern...) und Spezial 52 mit Märchen und Mythen aufeinander, also ein Thema, was sich immer gut verkauft und unbestimmt ist. Braucht man eigtl nur mit Cimino-Geschichten vollstopfen, fertig. Im März kam irgend ein neuer Twilight-Film auf DVD raus. Passt!
- Donald höchstpersönlich war Titelfigur der EE im Mai 2011, im Mai 2014 und im November 2015. Donald geht immer!
In genau diesen Monaten erschienen die Spezials: SP40 mit Abenteuern der Antike (wo ich wie ich finde kaum gute Geschichten gibt, geschweige denn ein großes Repertoire an [neuem] Material), SP58 mit Abenteuern aus Rio (ok kommt schon, das ist WIRKLICH eindeutig...) und Nov2015 erschien SP67 über Zeitreisen. Das widerlegt meine These, da gibt's schließlich Geschichten in Hülle und Fülle. Mist! 
Vernichtend für das Spezial: Das kommende Spezial 72 "Abenteuer unter Wasser" heißt genau so wie Band 34. Wow.


Nichtsdestotrotz ist's am Ende sicherlich Geschmackssache. Die EE habe ich eher angefangen zu lesen/sammeln als die Spezial-Bände. Ist einfach so. Die EE erscheint nicht so oft und überflutet nicht den Zeitschriftenladen und schon gar nicht mein armes Regal.
Das hat im Großen und Ganzen (wie schon gesagt) überhaupt nichts damit zu tun, dass ich Mäuse nicht mag oder so nen Quark. Mir gefällt nur diese Nebenreihe besser, auch was die qualitativen Geschichten angeht und da stimme ich dir absolut zu: Es könnten mehr kreative Storys aus der EE in das normale LTB kommen, um dort das allgemeine Niveau zu pushen und vom Einheitsbrei wegzukommen.


@beide: Danke für euer Lob bzgl. der Rezi! Ich hatte eine Woche kein Internet und zu viel Zeit... Da kommt man auf seltsame Gedanken. Zum aktuellen Normalo-LTB schreibe ich sicher auch noch was.
Der Cowboy aus dem Wilden Osten
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#5
Da sieht man mal, dass eine längere Internet-Abstinenz sehr förderlich sein kann Fröhlich
Letztlich ist es, wie du schon geschrieben hast, Geschmackssache. Ich persönlich mag es sehr, mir im Urlaub oder für das heiße Wochenende ein schön dickes LTB Spezial zu kaufen, wo ich alte und neue, Maus und Duck, bekannte und unbekannte Geschichten serviert bekomme. Sammeln tu ich die Reihe auch nicht (das wär mir auch auf Dauer zu viel und zu teuer), aber wenn mich das Thema anspricht (und, das hast du auch richtig angemerkt, manche gehen einfach immer) dann greife ich gerne zu.
Für dich als Sammler ist die EE natürlich eine sinnvollere, weil nicht zu 90% aus Nachdrucken bestehende, Nebenreihe. Ich würde aber weiterhin die Meinung vertreten, dass die Enten-, sowie auch die Maus-Edition im Prinzip unnötig ist, würde man die EVs daraus im normalen LTB bringen - und das ist eben die Sache, weshalb ich diese Editionen (gilt natürlich auch für die Jahreszeiten-Bände) nicht besonders mag: Sie nehmen dem normalen LTB die guten Geschichten weg. Das tut das Spezial so gut wie gar nicht, weshalb mir diese Nebenreihe immer etwas sympathischer ist. Gerade das aktuelle LTB ist ein gutes Beispiel dafür: Da gibt einen guten Cavazzano, einen sehr guten Massimo de Vita und der Rest ist absolutes Mittelmaß oder schlimmer. Wenn ich dann bei deiner Rezi hier lese, dass da einige gute Sachen dabei waren, ärgere ich mich darüber.
Aber solange es die EE und ME in dieser Form gibt, solange wird man als Sammler und Fan natürlich auch dazu geneigt sein, sich diese zu kaufen, weshalb das absolut kein Vorwurf sein soll. Zumindest bei der Maus-Edition konnte ich bisher nur bei wenigen Bänden widerstehen. Fröhlich
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#6
Highfive! Gut
Der Cowboy aus dem Wilden Osten
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#7
Hier meine Meinung zu dem Band:
"Die selbstschälenden Kartoffeln", nicht schwer zu erraten, dass mir diese Geschichte gefällt, schließlich halte ich Cimino entgegen der galäufigen Meinung für einen äußerst fähigen Autor. Ich verstehen allgemein nicht, warum Cimino immer so schlecht gesehen wird, hat er schließlich Klassiker wie "Die Ballade von Cathy und Bill" oder "Das Reich unter dem Meer" geschrieben und befindet sich mit Barks (!) im letzten Panel von "Alle gegen einen":
[Bild: 006%2B%25282%2529.jpg]
Aber zur Story; ich mag es wenn in Entenhausen irgendetwas sonderbares passiert und Dagobert das sofort als Geschäftsidee nutzt. Dazu noch Cavazzano kurz vor der Techno-Phase (man merkt schon jetzt einige Details, z.B. in dem Auto, mit dem HDL, Donald und Dagobert aus der Wüste fahren), ein Hochgenuss.
(23.07.2016, 10:50)Entenfan schrieb: Eine mehr oder weniger üblich gestrickte Story von Cimino mit einer sonderbaren Absurdität im Mittelpunkt, nämlich den selbstschälenden Kartoffeln.
Mir ist jetzt nicht ganz klar geworden, wieso dir die Geschichte genau gefällt, wegen des absurden Plots? Und wenn ja, weshalb ist das so schlimm?
"Der feurige Pizzabäcker" fand ich da schon schlechter, 1.) Ist der Plot vorhersehbar und langweilig (Ich finde dieses Schema eigentlich nur bei Barks lustig, denn er benutzt wirklich skurille Berufe), 2.) Sind Ottavio Panaros Zeichnungen nicht besonders ansehnlich. Es sieht meiner Meinung nach so aus, als hätte jemand zwanghaft versucht, dynamisch zu zeichnen, es aber nicht hingekriegt. Tut mir leid, aber ich kann seinen Zeichnungen einfach nichts abnehmen.
"Habe ich das erfunden" fand ich da schon besser, sehr lustig, hat mich fast schon an Faccini erinnert. Cool gefunden hätte ich es allerdings, wenn am Ende gar nicht rauskommen würde, wozu die Maschine jetzt da ist, das hätte mich zwar frustriert, wäre aber ein interessanter Griff gewesen.
Zu den nächsten drei Geschichten brauche ich gar nichts zu sagen, schaut euch dazu einfach Entenfans Rezension an.
Nächste Story: Neffen in Gefahr
(23.07.2016, 10:50)Entenfan schrieb:  
… von Per Hedman (Ha, und eben nicht von den McGreals!)...
O Wunder!
(23.07.2016, 10:50)Entenfan schrieb: ...und Fecchi (das zu erkennen ist weniger schwer…) erschien schon 2007 und war titelgebend für LTB 368. Schon krass, wie ich mich so gar nicht – und damit meine ich SO GAR NICHT – an diese Geschichte über die cleveren Neffen Tick, Trick und Track, erinnern kann.
Seltsam, sogar ich kann mich an diese Geschichte erinnern (und ich bin jetzt nicht jemand, der sich jedes LTB kauft).
Mir hat diese Geschichte durchaus gefallen, mal so gar nicht der Egmont-Einheitsbrei! Endlich mal wieder eine Geschichte von den Männern (und natürlich Frauen) aus dem Norden, die mir gefallen hat! Solide Story, solide Zeichnungen, solides Gesamtpaket.
(23.07.2016, 10:50)Entenfan schrieb: Reisen ohne Netz
Lesetipp!
Seltsam, ich dachte du würdest moderne Technik in Disney-Comics verabscheuen?
Verkannte Kapazität hat mir wieder gut gefallen! Zu dem jungen Panaro habe ich ja schon etwas gesagt, dennoch ist auch diese Geschichte ein solides Gesamtpaket, der Plot ist zwar etwas vorhersehbar, aber dennoch hat es mir Spaß gemacht diese Geschichte zu lesen, wahrscheinlich auch weil hier sehr viel moderne Kunst (von postmodernen Gemälden bis hin zu experimenteller Elektromusik) auf die Schippe genommen wird.
(23.07.2016, 10:50)Entenfan schrieb:  
Konzentriertes Wasser
… nennt sich die letzte Story des Jubelbandes von den beiden Giorgios Pezzin und Cavazzano. Diese ist so dermaßen ballaballa, dass es schon wieder witzig ist. Zum Plot kann man nichts erklären, ohne bereits zu viel zu verraten. Ziemlich verrückt endet die 50. Enten-Edition, die schon Nr. 51 „Ein Tag im Leben des Donald D.“ für den 5. August anteasert.
Hä? Hast du nicht bei der ersten Geschichte die Verrücktheit als schlechten Faktor angesehen? Ansonsten kann ich dir zustimmen, wieder einmal Cavazzano kurz vor der Techno-Phase und zu Giorgio Pezzin wurde in diesem Forum ja schon viel geschrieben.
(23.07.2016, 10:50)Entenfan schrieb: Ein gelungener Jubelband, der versucht, viele neue Türe zu öffnen und dahinter liegende Wege zu gehen. Für mich hat sich mal wieder bestätigt, dass die Enten-Edition die beste Nebenreihe ist.
Kann ich so nicht stehen lassen, die "Maus-Edition" und das "Premium" gefällt mir qualitativ deutlich besser (in der Maus-Edition 8 wird ja z.B. das "impero sottozero" abgedruckt! *freu*).
Sich mitzuteilen ist Natur; Mitgeteiltes aufzunehmen, wie es gegeben wird, ist Bildung. (JWG)
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